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23.06.2022 Weiterbetrieb mit Vollwartungsvertrag

Was tun mit Windparks, die ursprünglich auf eine Laufzeit von 20 Jahren ausgelegt waren? Diese Frage stellte sich Steffen Schwagerus, Geschäftsführer mehrerer Betreibergesellschaften (Bürgerwindparks), die von der Windwärts Energie GmbH in Hannover verwaltet werden.   

Herr Schwagerus, warum haben Sie sich für einen Weiterbetrieb unter Vollwartung entschieden?
Mit einem Vollwartungsvertrag haben wir größtmögliche Planungssicherheit. Zwar ist der Vollwartungsvertrag im Vergleich zu einem Basisvertrag deutlich teurer. Dafür stellen wir aber sicher, dass die Anlagen garantiert über die Vertragslaufzeit weiter betrieben werden können. Zum Vergleich: Betrug der Aufwand für eine Vollwartung in den ersten 20 Betriebsjahren etwa 20 Prozent vom Umsatz, können dies nunmehr durchaus bis zu 35 Prozent sein. Das ist deutlich höher, rechnet sich aber am Ende trotzdem, weil PPAs zu Marktpreisen solch ein Modell möglich machen und eine echte Alternative zum Verkauf oder zur Stilllegung der Anlagen sind. Bei der Entscheidung für einen Basisvertrag könnte der Ausfall einer Großkomponente schnell das Aus für die Anlage bedeuten. Vor einem solchen Szenario wollten wir uns absichern.   

Wie wichtig war es, dass die Windparks schon vorher bei der Deutschen Windtechnik in der Wartung waren?  
Die lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen uns und der Deutschen Windtechnik begünstigte die Verhandlungen und auch die Zusammenarbeit darüber hinaus. Sollte ein Szenario eintreten, was nicht vertraglich abgedeckt ist, wissen wir, dass wir eine Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel ist. Das hat unsere Zusammenarbeit in den letzten Jahren bewiesen.

Wäre es auch eine Option gewesen, die Windparks abzubauen bzw. zu repowern?
Die Anlagen laufen und sind in einem sehr guten Zustand. Wenn man in den Erneuerbaren Energien tätig ist, sollte man im Sinne der gebotenen Nachhaltigkeit vieles dafür tun, dass die technische Lebensdauer der Anlagen möglichst vollständig ausgeschöpft wird. Ein vorzeitiger Abbau ist daher keine Option für uns, soweit kein Repowering möglich ist. Natürlich ist ein Repowering auf entsprechend geeigneten Flächen im Gegensatz zum Weiterbetrieb fast immer die bessere Lösung, die auch wir stets prüfen.

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