Preise und Inflation im Wartungszusammenhang - Krieg, Energiekrise und Lieferketten beeinflussen auch das Servicegeschäft

Energie, Personal, Material – das Thema Preisentwicklung rückt auch im Servicegeschäft immer mehr in den Mittelpunkt. Schließlich ist die Instandhaltung für etwa 50 Prozent der laufenden Betriebskosten verantwortlich. Wie stark der einzelne Windpark betroffen ist, fällt jedoch sehr unterschiedlich aus. Gleichwohl gibt es Trends, die sich erkennen lassen.


Zentrale, teure und schwer zu bekommende Komponenten. Foto: Deutsche Windtechnik

Fachkräftemangel ist ein Riesenthema – Ausbildung ist zentral. Foto: Deutsche Windtechnik

Nachdem sich 2021 bereits leichte Kraftstoffe, Erdgas und Strom verteuert hatten, zogen die Energiepreise 2022 vor allem durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine noch einmal deutlich an. Nahezu alle Wirtschaftszweige sind betroffen – auch die Servicebranche für Windenergieanlagen muss an verschiedenen Stellen neu kalkulieren. Dabei ist die Lage für die Instandhaltung sehr unterschiedlich zu bewerten und stets in Bezug zum spezifischen Anlagentyp, Wartungsvertrag, zur Region und zum Land zu sehen. Um das Risiko unkontrollierbarer Preissteigerung grundsätzlich zu begrenzen, hat die Deutsche Windtechnik seit jeher die meisten Serviceverträge mit Klauseln zu Preissteigerungsraten versehen. Hier finden sich überwiegend Regelungen, die sich auf verschiedene, tatsächliche Preisindices beziehen. In Einzelfällen gibt es auch fixe Preisindices.

Faktor Material und Lieferketten
Betroffen von den aktuellen Preisschwankungen sind insbesondere die Personal- und Logistikkosten, aber auch das eine oder andere Material. Nimmt man einen Vollwartungsvertrag als Grundlage, so machen die Materialkosten im Durchschnitt immerhin etwa 30 Prozent der Gesamtkosten aus. Je nach Zustand und Schadensereignissen kann der Wert für die aktuelle Steigerung der tatsächlichen Materialkosten jedoch stark variieren und liegt geschätzt im Schnitt in den letzten Monaten oberhalb von 10 Prozent. Gepaart wird die herausfordernde Situation rund um einige Materialien, Komponenten und Ersatzteile zudem mit Unsicherheiten bei den Lieferketten. Gerade die oft genannten und benötigten Halbleiterprodukte sind zum Beispiel bei der Installation bedarfsgesteuerter Nachtkennzeichnung (BNK) schwer und/oder teuer zu bekommen. Das führt sowohl zu höheren Preisen und dem Anspruch auf einen verstärkten Lageraufbau. Verzögerungen im Projektverlauf werden mit insgesamt höher zur Verfügung gestellten Ressourcen bei der Deutschen Windtechnik entgegengewirkt.

Fachkräfte als zentrales Drehmoment
Ähnlich der Materialkosten liegen die Personalkosten im Durchschnitt etwa bei 30 bis 40 Prozent der Servicekosten. Auch hier sind die Preisentwicklungen sehr heterogen. Fast stärker als die tatsächliche Lohn- und Gehaltskostensteigerung macht sich an dieser Stelle allerdings der Fachkräftemangel bemerkbar. Das Fehlen von Personal sorgt für einen teilweise sehr hohen Aufwand für Disposition, Ersatzmaßnahmen, Neu- und Übergangslösungen, Ausbildung, Qualifikation, Transfer u.v.m.

Variable Logistikkosten
Neben Material- und Personalkosten wirken sich auch die logistischen Leistungen sehr individuell und Windpark spezifisch auf die Kostenbilanzen aus. Dazu gehören insbesondere Reisekosten und Energieverbräuche. In Offshore-Windparks zum Beispiel machen die Logistikkosten bis zu 70 Prozent der Instandhaltungskosten aus, was primär auf den Einsatz von Transfer-Schiffen, den Energieverbrauch und sämtliche Nebenkosten zurückzuführen ist.  

Die spezifische Situation eines Windparks bei Kosten, Einnahmen (Vergütungsregime) und technischer Situation muss analysiert werden. Hier hilft der Deutschen Windtechnik der enge Draht zu den Kunden, um gemeinsam eine Lösung und Konzept für einen langfristigen Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Sicher, verlässlich und rentabel für alle Beteiligten.  

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