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11.11.2020 Wenn BNK-Kompetenzen sich bestens ergänzen

Langversion des luftpost-Interviews mit Marc Gerlach, Sales Manager Avionics Projects bei der f.u.n.k.e Avionics GmbH. Stand 11.2020.

Eines der Top-Themen der Windbranche sind aktuell Lösungen zur Nachrüstung von WEA mit bedarfsgesteuerter Nachtkennzeichnung (BNK). Bereits 2019 hat die Deutsche Windtechnik mit der f.u.n.k.e. Avionics GmbH gemeinsam ein unabhängiges BNK-System arbeitet, das jetzt als eines der ersten zertifiziert wurde und damit dem Markt zur Verfügung steht.  Die f.u.n.k.e. Avionics GmbH ist auf die Entwicklung und Herstellung von Avionikgeräten und Avioniksystemlösungen in den Bereichen Kommunikation, Navigation und Anzeige spezialisiert.

Herr Gerlach, wie vertraut ist die f.u.n.k.e. Avionics GmbH mit der Windindustrie? Konnten Sie an Erfahrungen anknüpfen oder war das BNK-Projekt das erste mit Windenergie-Hintergrund?
Bereits in den Anfängen der transponderbasierten BNK vor mehr als zwölf Jahren war unser Unternehmen mit ersten Ideen und Lösungsvorschlägen aktiv. Damals firmierten wir noch unter einem anderen Namen. Anfang 2019 wurde das Thema von uns wieder aufgegriffen, als sich die gesetzliche Regelung für die Betreiber abzeichnete und wir mit neuer Technik eine neue Lösung für den Sensorteil der BNK anbieten konnten. Diesen Ansatz haben wir im Frühjahr 2019 auf einer Windenergieanlage erfolgreich ausprobiert.

Wie sind f.u.n.k.e. Avionics GmbH und die Deutsche Windtechnik zusammengekommen?
Unsere ersten Kontakte ergaben sich im Frühsommer 2019 und führten sehr schnell zum Aufsetzen des Projekts. Wir haben das BNK-System gemeinsam innerhalb von einem knappen Jahr von der Auslegung bis zur Zulassung bringen können. Das allein ist schon bemerkenswert und konnte nur erreicht werden, weil alle Projektteilnehmer mit großem Engagement die Ziele verfolgt haben. Geholfen hat uns sicher, dass wir unterschiedlichen Background haben und uns dabei ideal ergänzen konnten.

Wie funktioniert das gemeinsam entwickelte BNK-System?
Die transponderbasierte BNK basiert auf der Messung von sogenannten Transponder-Signalen, die die Luftfahrzeuge während des Flugs ausstrahlen. Diese Signale können durch geeignete Empfänger, die auf den Windenergieanlagen positioniert sind, empfangen werden und dienen dort der Positionsmessung des Luftfahrzeugs. Ist die Position des Luftfahrzeugs zu nahe an den Windenergieanlagen, wird die Hindernisbeleuchtung angeschaltet, um die Flugzeuge und Hubschrauber zu warnen. Da wir selber Hersteller von Transpondern für Flugzeuge sind, wissen wir natürlich, wie man diese Signale zuverlässig erkennt und wie die darin enthaltenen Informationen zu verarbeiten sind.

Was zeichnet das System aus Ihrer Sicht aus? Was waren die großen Herausforderungen, die es zu meistern gab?
Unser gewählter Ansatz eignet sich sehr gut für Windparks unterschiedlicher Größe und variablen Geländeformen. Da für einen Windpark nur ein Empfänger benötigt wird, der die Beleuchtung des ganzen Windparks ansteuert, ist dies eine besonders effektive Lösung für die Windparkbetreiber, ohne dabei Kompromisse bei der sicheren Luftraumüberwachung einzugehen. Dies zeigt sich insbesondere bei der Anforderung, den Luftraum bis zum Boden zu erfassen. Bei anderen Ansätzen ergeben sich da zum Teil erhebliche Schwierigkeiten. Auch das gewählte Geschäftsmodell greift die Anforderungen der Kunden auf und eignet sich gut für Windparks mit einem oder mehreren Betreibern.

Welche Qualitäten beider Unternehmen trugen Ihrer Meinung nach letztendlich zum Erfolg der BNK-Entwicklung bei?
Wir konnten unser Know-how für die Entwicklung von luftfahrtzugelassenen Produkten und die Auslegung und Ansteuerung der Funksensorik einbringen. Die Kollegen der Deutschen Windtechnik konzentrierten sich auf die Ansteuerung der Beleuchtungen, die Datenübertagung und -verarbeitung im Windpark sowie der zentralen Systemkontrolle. Die Zusammenarbeit der beiden Teams war das ganze Jahr hinweg wirklich vorbildlich - geprägt von gegenseitigem Vertrauen, Respekt, konstruktiver Diskussion und zielgerichtetem Arbeiten in einem angenehmen Klima. Die gute Zusammenarbeit war sicher das Fundament für dieses hervorragende Ergebnis.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Gerlach!

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