Unsere Geschäftsbereiche im Fokus

Gucken Sie mal durchs Schlüsselloch

18.01.2019 Offshore Gewährleistung – Einsatz von Videoendoskopien steigt

Videoendoskopien sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des Angebots der Deutschen Windtechnik. Insbesondere im Offshore-Segment ist die Nachfrage in den letzten anderthalb Jahren deutlich angestiegen. Dies liegt nicht zuletzt an der hohen Anzahl an Windenergieanlagen (WEA), die in Kürze das Ende ihrer Gewährleistungsfrist erreichen. Die Untersuchung via Videoendoskopie wird aber auch im Zuge der allgemeinen Wartung zur Prüfung von neuralgischen Bauteilen einer WEA eingesetzt. Werden Initialschäden entdeckt, können fallbasierte Maßnahmen Folgeschäden bis hin zum Totalausfall vermeiden.

Einsatzgebiete der Videoendoskopie

Einer videoendoskopischen Untersuchung geht in der Regel eine Auswertung der CMS-Daten (Condition Monitoring System, off- oder online) voraus. Werden in den Messdaten schwingungstechnische Auffälligkeiten festgestellt, können unzureichende Schmierstoffe, Ermüdung, Überlastung oder Fremdkörper im Getriebe die Ursache sein. Sofern keine andersgelagerten Auslöser für die Datenabweichungen gefunden werden, sollte das Getriebe einer videoendoskopischen Sichtprobe unterzogen werden. Mithilfe einer Kamerasonde von vier Millimetern Durchmesser, die über bereits existierende Öffnungen am Getriebegehäuse eingeführt wird, werden alle wichtigen Bauteile (insbesondere Lager, Wellen und Zahnflanken) im Getriebe visuell auf Schädigungen untersucht. Eindeutige Hinweise auf eine außergewöhnliche Belastung sind beispielsweise Stillstandsmarkierungen oder Laufspuren an den Zahnflanken, Pittings an den Wälzkörperflächen sowie Beschädigungen durch Fremdkörperdurchgänge (Abrieb) oder gar Zahnausbrüche.

Pittingbildung bei einer Windenergieanlage  Zahnausbrüche einer Windenergieanlage
Bild 1: Pittingbildung am Zahnrad                                  Bild 2: Zahnausbrüche
(Bild: Deutsche Windtechnik)                                          (Bild: Deutsche Windtechnik)

Messergebnisse und Serviceerfahrung sinnvoll verknüpft

Basierend auf der schriftlichen und visuellen Schadensdokumentation erstellen die Spezialisten einen Inspektionsbericht inklusive Handlungsempfehlungen. Die langjährige Erfahrung sowie die vielfache Durchführung der videoendoskopischen Untersuchungen (ca. 300 Videoendoskopien pro Jahr) ermöglicht es der Gutachtenabteilung der Deutschen Windtechnik eine konkrete Einschätzung über die Restlebensdauer der Komponente zu geben. Der Inspektionsbericht ist somit fundamental bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen. In vielen Fällen reicht eine kostengünstige Instandhaltungsmaßnahme, um die Anlage bedenkenlos weiter zu betreiben. Erfolgt keine Videoendoskopie, ist ein Großkomponententausch zu einem späteren Zeitpunkt unter Umständen nicht mehr abwendbar. Enorme Kosten für den Betreiber sind die unerfreuliche Konsequenz.

Expertenteams und neueste Technik bilden Grundlage

Diese zustandsorientierte Form der Prüfung wird von geschulten Inspekteuren durchgeführt, welche immer über State-of-the-Art-Endoskopie-Geräte verfügen. Um die qualitativ hochwertige Arbeit zu gewährleisten, werden die Kollegen regelmäßig geschult sowie die technischen Geräte mindestens alle zwei bis drei Jahre ersetzt. Die hochauflösende Kamera, welche ursprünglich im medizinischen Bereich Anwendung findet, bietet fünffachen Zoom sowie eine Echtzeitübertragung auf das Display. Der Anwender kann zusätzlich Standbilder erzeugen.

Weitere Aufträge für Siemens 3.6-Anlagen

Das neue Jahr startet mit einem weiteren Videoendoskopie-Großauftrag für die Deutsche Windtechnik Offshore und Consulting. Die OWP Butendiek GmbH, Betreiber des gleichnamigen Windparks, unterzeichnete einen Vertag mit der Deutschen Windtechnik und reagiert damit frühzeitig auf das anstehende Gewährleistungsende. Ab März werden die 80 Anlagen des Typs Siemens SWT-3.6-120 im Offshore-Windpark Butendiek videoendoskopischen Prüfungen unterzogen.

Bereits im vergangenen Jahr führten die Serviceteams der Gutachtenabteilung der Deutschen Windtechnik  über 300 Videoendoskopien an Offshore-Windenergieanlagen durch. Für 2019 sind Untersuchungen in vier weiteren Windparks in Planung.  

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Infoletter oder persönlich:

Kontakt:
Stefan Marschner
Sales & Contract Manager Deutsche Windtechnik Offshore und Consulting GmbH
s.marschner@deutsche-windtechnik.com

Zurück