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07.12.2018 Wie lange lebst du noch?

Ab 01.01.2021 laufen jährlich zahlreiche Windenergieanlagen aus der EEG-Vergütung. Die Frage rückt näher: Wie geht es danach weiter? Zentral sind dabei zwei Dinge. Auf der Einkommensseite die Vergütung. Auf der Kostenseite dürften die Instandhaltungsaufwendungen den größten Posten ausmachen.

Momentan wird das Thema besonders durch einige Direktstromvermarkter forciert, die bereits jetzt Vergütungsmodelle für den „Post-EEG-Zeitraum“ kreieren und anbieten. Nicht zuletzt, weil sie sich rechtzeitig mit grünem Strom eindecken und Zeiträume von drei bis fünf Jahren absichern wollen. Ob jetzt der richtige Zeitpunkt zum Abschluss ist, ist schwer zu sagen. Verlässliche Prognosen zur Strompreisentwicklung sind nicht existent, mehrheitlich werden jedoch steigende Preise erwartet. Dennoch dürften alle anderen Beteiligten die frühzeitige Diskussion begrüßen. So können die Weichen rechtzeitig gestellt werden.

Der Betreiber kann sich ohne großen Zeitdruck um Fragen der Genehmigung, Pachten und Betriebsführung kümmern:

  • Wie lange kann meine WEA/mein Windpark am Standort betrieben werden?
  • Welche Auflagen sind zu erfüllen?
  • Wie lange läuft der Pachtvertrag?
  • Lassen sich Pachten an verringerte Erträge anpassen?
  • Wie sieht ein schlankes Betriebsführungsmodell aus?

Weitere gewichtige Fragen kommen aus dem Bereich der Instandhaltung:

  • In welchem Zustand sind die Anlagen?
  • Wie sieht die gutachterliche Einschätzung zur Erfüllung von Weiterbetriebsauflagen aus?
  • Wie lautet die Experteneinschätzung zu den Gesamtkosten der Instandhaltung?
  • Welcher Instandhaltungsvertrag ist sinnvoll?
  • Welche Risiken bestehen?
  • Wie verteilen wir diese?

Diese verkürzte Fragenauswahl soll auf die notwendige, sehr individuelle Betrachtungsweise überleiten. Als Analogie sei ein PKW erlaubt. Es ist offensichtlich, dass er sich bei gleichem Alter je nach Modell, Nutzung, Laufleistung und Pflege in einem sehr unterschiedlichen Zustand befindet.

Die gute Nachricht für viele Windenergieanlagen ist, dass sie – trotz Auslegung für 20 Jahre – gut und gerne zehn weitere Jahre laufen können. „Nun gilt es die Konzepte zu besprechen. Von Basiswartung bis Vollwartung wird weiterhin alles angeboten. Instandhaltung und Betriebsführung müssen aber eng miteinander verzahnt und Doppelarbeit vermieden werden. Auch sämtliche Gutachten sollten eng mit dem Serviceunternehmen abgestimmt werden, um Daten, Erfahrungen und Vor-Ort Besuche als Informationsquelle zu nutzen“, schätzt Matthias Brandt, Vorstand der Deutschen Windtechnik, die Lage ein.

Neue Wege gemeinsam gehen

Das einfachste Konzept im Markt lautet heute meist: Weiterbetrieb bis zum nächsten Großschaden. Das ist aber nur ein Standpunkt. Rechtzeitig angefangen lassen sich mit relevanten Experten kostensenkende Maßnahmen einleiten. Viele Faktoren können bedarfsgerecht beigemischt werden, wie z.B. Sharepoints für die Windenergieanlage, Uptower-Repairs, individuell angepasste Reparatur- und Ersatzteilkonzepte u.v.m. Direktstromvermarkter und Instandhalter sollten ihre Anforderungen frühzeitig kennen, beachten und erfüllen. Zwischen beiden Parteien können Synergien bei Prognosen, Dokumentationen, Daten und Reportings realisiert werden.

Dabei bleibt essentiell: Mit den Fragen zur Instandhaltung und Einspeisung müssen sich alle im Vorfeld intensiv beschäftigen.

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