Unsere Geschäftsbereiche im Fokus

Gucken Sie mal durchs Schlüsselloch

08.06.2017 Wie viel Instandhaltung darf‘s denn sein?

Man kann es fast philosophisch angehen: Auch in der Instandhaltung ist es quasi eine Lebensaufgabe, das richtige Maß abzuwägen. Jede übergeordnete Strategie mündet oder entspringt im Kern unzähligen Details aller beteiligter Faktoren: Technik, Größe, Alter, Kompetenzen und Risikobereitschaft sind nur einige der Variablen, die das richtige Maß für Instandhaltung in gewünschter Qualität bestimmen.

„Die Diskussion ist aktueller denn je“, berichtet Matthias Brandt, Vorstand der Deutschen Windtechnik AG. Denn die Einführung der Ausschreibungen durch das EEG 2017 hat den Preisdruck in der Windbranche immens erhöht. Investoren suchen Kapitalanlagemöglichkeiten, Betreiber und Versorgungsunternehmen streben nach effizienten  Geschäftsmodellen. Welche Instandhaltungsstrategie bringt den Zuschlag?

MAKE – Kompetenzen im Haus

Meist größere Betreiber verfolgen das Ziel, alle Instandhaltungsaufgaben mit eigenen Mitarbeitern zu erledigen. Dabei ist eine große Herausforderung, spezielle technische Kompetenzen an unterschiedlichen Standorten zuverlässig zur Verfügung zu haben.

BUY – Verantwortung abgeben

Im Gegensatz zur Make-Strategie entscheiden sich Buy-Betreiber bewusst dafür, Instandhaltungsleistungen komplett einzukaufen – sei es von einem einzigen oder verschiedenen spezialisierten Serviceanbietern. Es ist auch denkbar, den Großteil über Vollwartungsverträge abzudecken und nur kleinere Aufgaben intern zu verantworten.

JOIN – Vorteil durch Arbeitsteilung

Die „ Join“-Strategie fasst alle Ansätze zusammen, die Arbeitsteilung zum Ziel haben. Sie findet speziell international Anwendung, wo dominierende Betreiber über größere Portfolien – häufig auch mit gleicher Technologie – verfügen und sich Teilkompetenzen selbst aufbauen, wie zum Beispiel Betriebsführungsaufgaben oder die Parküberwachung. Bezüglich der Beschaffung von Ersatzteilen und deren Lagerung besteht meist eine starke Kompetenz im Hause, so dass mit wenigen Subkontraktoren Serviceverträge geschlossen und klare Lieferbedingungen definiert werden können.

Make-, Buy- und Join-Strategie finden sowohl on- als auch offshore Anwendung, wobei die Parkgrößen im Offshore-Segment eine Tendenz zur Make- und  Join-Variante zeigen. „Buy“ bleibt jedoch immer eine echte Alternative – nicht ohne Grund ist sie insgesamt die mit Abstand am häufigsten gewählte Variante.

QUANTITÄT UND QUALITÄT ZUSAMMENBRINGEN

Ein weiterer die Intensität der Instandhaltung bestimmender Einflussfaktor ist die angestrebte Servicequalität. Hier kann die Summe und Güte aller Eigenschaften vom Betreiber selbst bestimmt und gewählt werden – so wird ein eigenes Qualitätsziel geschaffen. Richtig definiert deckt es alle weiteren relevanten Ziele wie Sicherheitsanforderungen, Wirtschaftlichkeit, Transparenz u.v.m. automatisch mit ab. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Bedarfe der Betreiber national/ international sowie onshore/offshore sehr heterogen sind und stark von Vergütungssystemen, Playern und Größen abhängen. Berechtigt sind sie alle“, betont Matthias Brandt. „Der Trend geht deshalb klar zu modularen Systemen, aus denen der Kunde auswählen kann. Im Idealfall ist das richtige Maß und die richtige Qualität an Instandhaltung getroffen – dann sind alle zufrieden.“ Also, wie viel darf es denn nun sein...?

Zurück